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STICHWORT
Frauen- & Lesbengruppen-Dokumentation

STICHWORT sammelt folgende Materialien österreichischer Frauengruppen
  • Flugblätter, Folder, Einladungen, Selbstdarstellungen u.a. Aussendungen
  • Pressedokumentationen zu Gruppen
  • Plakate & Transparente
  • Publikationen: Broschüren, Tätigkeitsberichte, Bücher, Zeitschriften, CD-ROMs
  • Bild- und Tondokumente: Audio-/Videokassetten, Fotos und CDs
  • Interna: Konzepte, Protokolle und Korrespondenzen
  • Objekte: Aufkleber, Buttons etc.


STICHWORT führte 2001 ein Projekt zur Aktualisierung der Dokumentation österreichischer Frauen- und Lesbengruppen durch.


Hier geht es zu den Fundstücken der STICHWORT-Aktion zum Frauenarchivetag am 11. Mai 2005:
"Give and Tell" - (m)ein Stück Frauenbewegung

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Stichwort: AUF, Belladonna, Sappho Singers und Co.
Die Gruppendokumentation im Archiv der Frauen- & Lesbenbewegung

Gitti Geiger in: STICHWORT Newsletter 4/1997

STICHWORT bemüht sich seit seinen Anfängen um eine möglichst umfassende Dokumentation der (neueren) Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegung in Österreich. Das Kernstück dieses Bewegungsarchivs bildet die Dokumentation österreichischer Frauen- und Lesbengruppen ab ca. 1970. Derzeit besitzen wir Material zu fast 400 Gruppen, Initiativen, Projekten und Vereinen, kurzfristigen Aktionseinheiten, lokalen Frauengruppen und überregionalen Netzwerken, von autonomen bis zu parteinahen oder institutionell eingebundenen Gruppierungen.

Die in 40 grünen Ordnern untergebrachten und nach der laufenden Gruppennummer geordneten Materialien umfassen Flugblätter, Veranstaltungsankündigungen und Demonstrationsaufrufe, Protestschreiben, offene Briefe und Stellungnahmen, Selbstdarstellungen, Projektbeschreibungen und -konzepte, Folder, Zeitungsartikel usw. Interne Gruppendokumente wie Protokolle, Briefe oder Adresslisten, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, werden gesondert aufbewahrt; für diese "TS"-Materialien (Top Secrets) haben wir besondere Benützungsregelungen: Sie sind nur über Antrag mit Offenlegung des Verwendungszwecks und Beschluss der Archivgruppe einsehbar.

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Besonders wertvoll sind die schriftlichen Zeugen der Anfänge der Neuen Frauenbewegung in den 70er Jahren: erste Positionsbestimmungen, Demonstrationsaufrufe gegen das Abtreibungsverbot des § 144, Einladungen zur Eröffnung des Frauenzentrums, Ankündigungen des ersten Frauenfestes. Während sich vom Beginn der Neuen Frauenbewegung in den Bundesländern nur vereinzelt Spuren nach Wien in unser Archiv 'verirrt' haben, ist der Aufbruch in Wien sehr gut dokumentiert; u.a. besitzen wir einen mehrere Ordner umfassenden Quellenbestand zur ersten autonomen Frauengruppe Wiens, der Aktion Unabhängiger Frauen (AUF), die sich später auf Frauenzentrum Wien umbenannte und die legendären Frauenzentren in der Tendlergasse und danach in der Stumpergasse 'betrieb'. Unter Unmengen von Flugblättern, Positionspapieren, Protokollen von Plena und Arbeitskreisen, Korrespondenz usw. befindet sich auch die Einladung zur Gründungsversammlung am 4. November 1972 - in diesem Herbst können wir somit 25 Jahre Neue Frauenbewegung in Wien feiern!

Insgesamt stammt aber der überwiegende Teil unseres Archivmaterials aus späteren Jahren: Mehr als die Hälfte der dokumentierten Gruppen entstand in den 80er und knapp 40% in den 90er Jahren.

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Regionaler Schwerpunkt der Sammlung ist Wien, hier haben knapp 60% (rd. 220) der erfassten Gruppen ihren Sitz. Unsere Gruppenkartei weist weniger als 10 Gruppen aus Vorarlberg, Kärnten beziehungsweise dem Burgenland, je rund 20 aus Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich und etwa je 30 aus Tirol und der Steiermark auf.

Einen ersten Zugang zu den Gruppenordnern ermöglicht die regional nach Bundesländern geordnete Gruppenkartei, in der - soweit uns bekannt - Gründungsjahr, Adressen, Tätigkeitsbereiche sowie Hinweise auf Publikationen und besondere Aktivitäten vermerkt sind. Darüber hinaus erlaubt eine alphabetisch geordnete Liste der Gruppennamen die gezielte Suche nach einer bestimmten Gruppe, und eine systematische Ordnung verschafft einen überblick über Themen- und Tätigkeitsbereiche: Unsere Sammlung erfasst derzeit z.B. knapp 30 Lesbengruppen, über 50 Gruppen im Frauen-/Lesbenforschungsbereich, von Historikerinnen über Philosophinnen zu Naturwissenschaftlerinnen; sie beinhaltet Notrufe, Frauenhäuser und Beratungsstellen und hilft bei der Suche nach Mädchenprojekten oder Künstlerinneninitiativen.

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Für gezielte Abfragen ist eine Datenbank hilfreich, die wir im Rahmen des Forschungsprojektes "Die autonome Frauenbewegung im Spiegel ihrer Medien" (1991) erstellt haben und in der über 800 Flugblätter autonomer Frauengruppen aus dem Zeitraum 1972-90 detailliert erfasst sind.

Damit wir als Frauenarchiv die vielfältigen und dezentralen Aktivitäten und Gruppierungen auch weiterhin für interessierte Frauen und künftige Generationen verfügbar machen und vielleicht einige der vorhandenen Lücken schließen können, sind wir auf die Mitarbeit von allen Frauen und Gruppen, denen die Sichtbarmachung von frauenpolitischen Aktivitäten ein Anliegen ist, angewiesen. Den Großteil des Materials erhalten wir über regelmäßige Zusendungen von Ankündigungen, Programmen, Foldern usw. Dazu kommen fallweise umfangreichere Gruppennachlässe und immer wieder Schenkungen aus Räumungen von 'Privatarchiven', für die wir uns hier noch einmal bedanken wollen. Ein gezieltes Nachforschen nach einzelnen Gruppen und Materialien übersteigt leider meist unsere Kapazitäten.

Genützt werden die "Gruppenordner" vor allem für Forschungszwecke, Dokumentationen und Ausstellungen; unsere 'durchschnittliche' Besucherin riskiert seltener einen Blick darauf, obwohl er sich durchaus lohnt, bieten die Ordner doch einen bunten Einblick in die Vielfalt der Aktivitäten und schon rein optisch einen Eindruck von den Veränderungen und Entwicklungen der letzten 20 bis 30 Jahre.

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