STICHWORT Plakatarchiv
PLAKArT: Bügeltraum
Stefanie Bierbaumer / Barbara Oberwasserlechner in:
STICHWORT Newsletter 3/1997
Hört frau STICHWORT, denkt sie (hoffentlich) an Archiv und Bibliothek und damit meist an Bücher. Dabei hat STICHWORT einiges mehr zu bieten wie z.B. die ständig wachsende Plakatsammlung, die bis dato ca. 700 Exemplare zählt. Die computermäßige Erfassung ist beinahe abgeschlossen und erlaubt frau eine spezifische Suche nach Herausgeberin, Titel, Thema oder Gestaltung.
Frau kann aber auch durch willkürliches Blättern lustvoll die Geschichte der autonomen Frauenbewegung ab 1972 kennen lernen: Aktionen gegen den § 144, eng verbunden mit dem Beginn der neuen Frauenbewegung; Protestaktionen wie die Hausbesetzung in Linz oder die Antiwienerin; Aufrufe zu Demonstrationen; Gründung von Frauenzeitschriften; Schaffung von Frauenräumen wie dem Lila Löffel ...
Die ersten Plakate von Lesben aus dem Jahre 1976 sind handgeschriebener Ausdruck für den Kampf um das Wahrgenommenwerden innerhalb der Frauenbewegung. Zahlreiche Plakate von österreichischen und internationalen Lesbentreffen bezeugen die später stattfindende Vernetzung. Ein spezielles Schmankerl for lesbians only ist die Bauanleitung für das Windrad "Sappho 2000", die gerne im STICHWORT studiert werden kann.
Die zahlreichen 8.-März-Plakate dokumentieren besonders stark die Bandbreite und unterschiedliche Radikalität der Positionen innerhalb der Frauenbewegung sowohl in ihrer Gleichzeitigkeit als auch in ihrer chronologischen Abfolge. Trauriger thematischer Spitzenreiter - nicht nur bei Plakaten zum Internationalen Frauentag - ist die Problematik "Gewalt gegen Frauen".
Da frau bekannterweise zusätzlicher frauenspezifischer Bildungsangebote bedarf, um nicht totgeschwiegen zu werden, sich aber auch gerne amüsiert, besteht der größte Teil der Plakatsammlung aus Veranstaltungsankündigungen. Frauenpower schafft Angebote von der Frauensommeruniversität über das Internationale Frauenfilmfestival bis zur Ausstellung Sibirische Lesben Szenen Comix.
Ergänzt wird das Spektrum durch Selbstdarstellungen diverser Frauengruppen, -archive und -zeitungen.
Unter Einhaltung bestimmter Regeln (Gewährleistung der Sicherheit, Hinterlegung einer Kaution) können Plakate - z.B. für eine Ausstellung - auch entlehnt werden.
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