Das Frauencafé wiedereröffnen!
Über filmische Spuren ins Sprechen kommen.
Film- und Videoabend mit Katharina Müller
Dienstag, 23. April 2024, 19 Uhr
Kufiya, Doppelaxtpiercing, eine markante Narbe unter dem
Auge: Karin Müllner, die mit dem Motorrad in einer Schottergrube
im 10. Bezirk vorfährt, introduziert das Frauencafé. Es
ist 1980. Sie habe sich zunächst nicht getraut, doch über eine
andere Frau aus der Bewegung kommt sie schließlich zu einem
Plenum, wo sich alles als „nicht so schlimm“ herausstellt.
Der Film – Frauenzimmer (1980) von Tamara Euller – ist
eines der raren audiovisuellen Relikte, die uns an den wohl
beständigsten Wiener Ort lesbischer Sozialisation führen.
Jedoch nicht das einzige: Der bald einsetzenden Selbsthistorisierung
des Café Frauenzimmer (Famos: die Labellas 1992),
aber auch einzelnen Aktionen aus der Frauen*Lesben*bewegung
sowie dem Engagement des queer-feministischen Kollektivs
der flinte ist zu verdanken, dass sich – in der Unmittelbarkeit
filmischer Bilder – ein „sense of place“ vermittelt. Die
Veranstaltung lädt dazu ein, über den frisch digitalisierten
Film und ein Medley aus zum Teil neu digitalisierten Videofragmenten
ins Sprechen zu kommen.
Katharina Müller, 1987, leitet die Abteilung für Forschung, Vermittlung
und Publikationen im Österreichischen Filmmuseum. Sie forscht im Rahmen
einer FWF-Elise-Richter-Stelle am Internationalen Forschungszentrum
Kulturwissenschaften (IFK) zur visuellen Geschichte von LGBTIQ* in
und mit Verbindungslinien nach Österreich zwischen 1900 und 2000.
Ein großer Dank geht an Tamara Euller, an Kevin Lutz und das Digitalisierungsdepartment des Österreichischen Filmmuseums sowie an Stefan
Kaltseis und die Österreichische Mediathek.
Unkostenbeitrag: € 3,50
Für Frauen*
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