Transformationen von Werbesexismen – Werbetrends zwischen Pornographisierung und
Infantilisierung
Vortrag mit Bildbeispielen und Diskussion mit Ulli Weish
Dienstag, 13. Jänner 2015, 19 Uhr
Debatten zu Sexismen stehen seit der Neuen Frauenbewegung
der 70er Jahre in einer Tradition feministischer Medienund
Repräsentationskritik. Sexualisierung und Infantilisierung
von Models in ihrer Funktion, Produkte anzupreisen und
Kaufentscheidungen positiv zu beeinflussen, waren und sind
praxisrelevante Dauerabwertungen von Frauen in den symbolischen
Ordnungsprinzipien der Werbewirtschaft. „Sex
Sells“ wurde zum Mainstream der Kreativbranche, Bilder und
Botschaften von Sujets transformierten in einem schleichenden
Prozess im Kampf um Aufmerksamkeit zunehmend zu
Schockwerbung (Tendenz zu Lolita- und Porno Chic). Zwei zusammenwirkende Strömungen lassen sich dabei beobachten:
Während „geile Konsumkörper“, die junge Frauen
und Mädchen in einer post-modernistischen Selbst-Objektifizierung
inszenieren, immer jünger werden, sind erwachsene
Frauen als Models häufig in infantilisierenden Posen bzw. als
„große Mädchen“ abgebildet. Erotisch aufgeladener Voyeurismus
wirkt im öffentlichen Raum widersprüchlich, ambivalent,
individuell höchst vielfältig, während pseudo-progressive
Sexualitätsdiskurse, die als Indikatoren für offene demokratische
Gesellschaften dienen, hegemoniale sexistische
Lesarten häufig ausblenden.
Ulli Weish diskutiert in ihrem Vortrag, welche Funktionen
und Phänomene aktuell in einem gesellschaftlichen Klima
der industrialisierten und markenaffinen Sexualisierung zu
beobachten sind.
Ulli Weish, Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin, Universitätslektorin
am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften
sowie am Institut für Kulturanthropologie, Universität Wien,
Mitglied der Wiener Watchgroup gegen Sexismus in der Werbung
<www.werbewatchgroup-wien.at>, Medienaktivistin der Plattform
20000frauen <www.20000frauen.at>.
Moderation: Gitti Geiger
Unkostenbeitrag: € 2,90
Nur für Frauen, Transgenders willkommen.
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